20/04/2021
Es ist wieder Zeit für die Herstellung der Brennesseljauche!
Wer die Natur liebt und ihre Artenvielfalt, sprich Biodiversität erhalten möchte, setzt auch in seinem Privatgarten auf natürlichen Pflanzenschutz/-Dünger und lässt die Finger vom Giftschrank.
Das ist nicht immer einfach und ich weiss wie einem das betrüben kann, wenn eben noch die Salatsetzlinge so prächtig gewachsen sind und dann plötzlich einer nach dem anderen von Engerlingen des Maikäfers, der Erdraupe oder Drahtwürmern vom Boden her an den Wurzeln abgefressen wird.
Gerne gebe ich hier ab und zu Tipps, wie ihr den Garten mit natürlichen Mitteln aufpeppen und Spielverderber möglichst fernhalten, respektive minimieren könnt.
Als Erstes ist da mal die Brennesseljauche, die ihr bereits jetzt, in diesen Tagen ansetzen solltet, denn es geht 2 - 3 Wochen bis sie gebrauchsfertig ist. Sie ist einerseits ein super nährstoffreicher, biologischer Dünger, da die Brennessel einen hohen Mineralstoff- und Eiweissgehalt aufweist. Dieser selbst hergestellte Gratisdünger ist für Starkzehrer wie Zuchhetti, Tomaten oder Kürbis geeignet. Karotten, Erbsen und Bohnen hingegen mögen ihn nicht.
Andererseits kann man die Brennesseljauche auch gegen Schadinsekten einsetzen. Bei Befall (nur verdünnt 1:10 !) wenn die Sonne nicht scheint, über die befallene Pflanze giessen. Bei Sonnenschein könnten die Pflanzen Verbrennungen erleiden. Ich wende die Brennesseljauche beispielsweise stets erfolgreich gegen die Erdflöhe an. Die fressen mir im Frühling oft die Blätter des Beinwells ab. Ein paar Mal damit begiessen und weg sind sie.
Zur Herstellung: Sucht euch möglichst einen sonnigen Platz für den Behälter, da gärt die Jauche schneller als im Schatten und ist auch entsprechend schneller fertig als im Schatten. Er sollte etwas entfernt von eurem Sitzplatz oder der Grundstücksgrenze sein, da die Chose mit der Zeit schon ein wenig ein Geschmäckle bekommt, ist ja schliesslich auch Jauche und kein Parfüm.
Tonne zur Hälfte mit Brennesseln füllen (ein Eimer zu 3/4) und mit Wasser auffüllen. Am besten mit Wasser aus der Regentonne. Die Brennesseln müssen gut mit Wasser bedeckt sein. Damit keine Tiere reinfallen, das Fass respektive Eimer mit einem Brett abdecken. Nun müsst ihr nur noch alle 1 - 3 Tage das Ganze mit einem Stock gut durchrühren, so kommt auch genug Sauerstoff hinein. Nach einer Weile beginnt sie - wie auf meinem Bild - zu schäumen, was bedeutet, dass der Gärungsprozess eingesetzt hat.
Sollte euch die Jauche doch zu stark stinken, könnt ihr etwas Gesteinsmehl hineingeben, das bindet den Geruch. Denkt dran: Für den Gebrauch - sei es als Dünger zum Angiessen oder als Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung - immer verdünnt im Verhältnis 1 : 10 anwenden. Also auf ein 10 Liter Giesskanne 1 Liter fertige Jauche hinzugeben. Ich filtriere sie dabei immer mit einem Sieb ab, sonst verstopft es mir die Düsen an der Giesskanne.
Noch mehr Informationen, beispielsweise für welche Pflanzen sich dieses "Wundergebräu" alles besonders eignet, findet ihr hier:
https://www.gartenjournal.net/brennesseljauche