Gottfried Heinrich Christoph Jordan (1791-1860) und August Friedrich Christian Timaeus (1794-1875) gründeten 1823 in Dresden eine Zichorie- und Schokoladenfabrik. Diese Fabrik befand sich zwischen der heutigen Timaeus- und Jordanstraße östlich der Königsbrücker Straße in Dresden-Antonstadt. Dort wurden aus Kakao hochwertige Schokoladenprodukte in großer Vielfalt und weitere Lebensmittel wie Zichor
ien-Kaffee und Nudeln produziert. Im Jahr 1839, also viel früher als Schweizer Firmen, entwickelt Jordan & Timaeus die erste Milchschokolade der Welt und bietet diese in Zeitungen „zu 1 Thaler per Pfund“ an. Die Fabrik, die anfangs ohne Dampfmaschine arbeiten musste, erweiterte sich von Jahr zu Jahr. Im Jahre 1830 konnten die beiden Unternehmer eine Dampfmaschine aufstellen und zur industriellen Schokoladenfabrikation übergehen, auf welchem Gebiet ihre Firma einen Weltruf gewann und wesentlich dazu beitrug, den Verbrauch ausländischer Schokolade in Deutschland zu Gunsten der einheimischen Produktion zurückzudrängen. Jordan & Timaeus war nach eigener Werbung die älteste Schokoladenfabrik in Deutschland und im 19. Jahrhundert mit etwa 200 Beschäftigten eine der größten Arbeitgeber der Stadt Dresden. Obwohl eine Feuersbrunst im Spätherbst des Jahres 1845 ihr Fabrikgebäude zerstörte, erlitt ihr Geschäft dadurch keine dauerhafte Störung. Vielmehr erweiterten sie es, indem sie nach dem Wiederaufbau der Fabrik im Winter von 1845 auf 1846 neben der Fabrikation von Trinkschokoladen und Kakaomassen in Tafeln, auch feinere Schokoladen für den Dessert und zum Naschen herzustellen begannen, womit sie gleichfalls großen Erfolg im In- und Ausland erzielten. Nach dem Tod der Gründer waren die Inhaber Ernst Jordan sowie Eduard, Albert und Gerhard Timaeus. Niederlassungen gab es im Ausland in Děčín (Bodenbach), Wien, Prag und Budapest. Hoflieferanten und königlich-sächsischen Hoflieferanten ernannt.