23/11/2022
Checkliste: So machen Sie den Garten winterfest
Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und kälter. Anders gesagt: Der Winter steht vor der Tür. Nun schaltet die Vegetation auf Sparflamme und der Zeitpunkt ist gekommen, den Garten winterfest zu machen. Damit Ihr Garten im nächsten Frühjahr wieder in seiner vollen Pracht zum Leben erwacht, zeigen wir Ihnen in dieser Checkliste die wichtigsten Arbeiten auf einen Blick.
Wasser abstellen
Wenn Sie Ihren Garten für den Winter vorbereiten, vergessen Sie nicht, auch den Außenwasserhahn winterfest zu machen. Die kalten Temperaturen lassen das in den Leitungen verbliebene Wasser schnell gefrieren und durch die Ausdehnung können die Rohre sowie die Wasserhähne undicht werden. Da das Wasser auch in das Mauerwerk des Hauses eindringen und den Putz sowie die Dämmung beschädigen kann, wird ein Schaden schnell sehr kostspielig. Um das zu verhindern, sollten Sie die Wasserleitung zum Außenwasserhahn von innen absperren und den Hahn öffnen. So kann das beim Gefrieren entstehende Eis in den Leitungen sich seitlich ausdehnen. Anbauteile wie zum Beispiel Schlauchkupplungen sollten Sie demontieren und frostfrei im Haus aufbewahren.
Die zweite Möglichkeit ist, frostsichere Außenwasserhahnsysteme zu installieren. Das technische Prinzip, das sich dahinter verbirgt, ist ebenso simpel wie effektiv: Das Ventil des Außenwasserhahns ist mit einer langen Welle verbunden, die durch die gesamte Mauer reicht. Sie trägt am Ende einen Stopfen, der den Wasserfluss bereits auf der Innenseite der Mauer absperrt. Der frostgefährdete Abschnitt der Zuleitung enthält ausschließlich Luft, sodass Schäden hier ausgeschlossen sind.
Gießkannen und Regentonnen ausleeren
Auch Gießkannen sollten vor dem ersten Frost entleert und ordnungsgemäß verstaut werden. Der Keller, die Garage oder der Geräteschuppen bieten sich hierzu am besten an, da dort das Material vor Frosteinwirkungen geschützt ist und keinen Schaden nehmen kann. Wenn Sie Gießkannen draußen überwintern, stellen Sie sie am besten kopfüber auf, sodass es nicht in die Kannen hineinregnen kann. Regentonnen sollten Sie ebenfalls vollständig entleeren und die Ablasshähne öffnen. Förderpumpen sollten frostfrei im Haus gelagert werden, Tauchpumpen am besten in einem Eimer mit Wasser.
Gewächshaus isolieren und winterfest machen
Ein Gewächshaus lässt sich mit recht einfachen Mitteln vor der drohenden Kälte schützen. Eine zusätzliche Isolierung ist insbesondere dann wichtig, wenn man das Glashaus als ungeheiztes Winterquartier für mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander (Nerium oleander) und Oliven (Olea europaea) nutzten möchte. Eine hoch lichtdurchlässige Luftpolsterfolie mit großen Luftpolstern, auch Noppenfolie genannt, eignet sich am besten zur Isolierung des Gewächshauses. Je nach Hersteller gibt es die Folien als Rollenware mit bis zu zwei Metern Breite. Sie kosten rund 2,50 Euro pro Quadratmeter. Die meisten Folien sind UV-stabil und dreilagig aufgebaut. Die luftgefüllten Noppen liegen zwischen zwei Folienbahnen. Folien, die außen angebracht sind, sind natürlich stärker der Witterung ausgesetzt. Innen halten die Folien zwar länger, allerdings entsteht zwischen Folie und Glas oft Kondenswasser – das fördert die Algenbildung.
Zum Anbringen setzen oder kleben Sie Metallstifte mit Saugnäpfen oder Kunststoffplättchen direkt auf die Glasscheiben. Ein Vorteil der mit Silikon verklebten Stifte ist, dass man sie bis zum nächsten Winter einfach auf den Scheiben lassen und wiederverwenden kann.
Rasen zum letzten Mal mähen
Vor dem Wintereinbruch sollte zum letzten Mal der Rasen gemäht werden. Stellen Sie den Rasenmäher aber etwas höher ein als üblich, damit die Rasengräser auch im Winter noch genügend Licht einfangen und sich gegenüber dem Moos besser behaupten können. Mit dem Mäher sammeln Sie auch das restliche Laub vom Rasen ab. Es darf den Winter über nicht auf dem Rasen liegen bleiben, weil die Gräser darunter sonst kein Licht bekommen. Zunächst vergilben sie und bis zum Frühjahr entstehen oft braune Kahlstellen.
Rasenkanten abstechen
Stechen Sie die Rasenkanten bei Bedarf noch einmal ab, um zu verhindern, dass das Gras sich während der Wintermonate weiter in die Beete ausbreitet. Mit einem scharfen Rasenkantenstecher oder einem Spaten lassen sich die Kanten optimal bearbeiten. Um eine wirklich gerade Rasenkante zu erhalten, können Sie eine Schnur ziehen oder ein langes gerades Brett auslegen und den Rasenkantenstecher daran entlangführen.
Das letzte Laub entfernen
Mit den ersten stärkeren Nachtfrösten kommt auch das letzte Laub von den Bäumen herunter. Laub rechen gehört somit auch dazu, um den Garten winterfest zu machen. Kehren Sie es zusammen und sammeln Sie es so gründlich wie möglich ein. Halten Sie auch die Gehwege frei, um nicht auf dem nassen Laub auszurutschen. Befreien Sie auch Ihre Dachrinnen regelmäßig vom Herbstlaub. Nur so verhindern Sie, dass sie verstopfen und bei Starkregen überlaufen. Mit einem einfachen Schutzgitter-System können Sie die Rinnen schon im Voraus vor Laubfall schützen.
Empfindliche Pflanzen im Garten winterfest machen
Das zusammengekehrte Herbstlaub kann sinnvoll dazu eingesetzt werden, frostempfindliche Pflanzen im Garten winterfest zu machen. Sie können damit Ihre Beete ebenso gut wie mit einem Gartenvlies abdecken.
Mediterrane und Tropische Kübelpflanzen müssen frostfrei überwintert werden. Dabei gilt: Je kühler das Winterquartier ist, desto dunkler darf es sein. Bei Temperaturen um fünf Grad Celsius fahren die Pflanzen ihren Stoffwechsel so weit herunter, dass sie auch in dunklen Räumen überleben können. Winterharte Kübelpflanzen brauchen zum Teil auch einen Winterschutz, damit die Wurzelballen nicht so schnell durchfrieren. Rücken Sie die Pflanzen am besten an einem schattigen windgeschützten Platz dicht an dicht an die Hauswand. Umwickeln Sie die Kronen mit etwas Vlies und legen Sie Reisig oder Laub um die Stämme. Anschließend werden die Töpfe mit etwas Noppenfolie umwickelt und mit Leinengewebe oder Kokosmatten ummantelt. Stellen Sie die Kübelpflanzen auf Styroporplatten, sodass sie auch gegen Kälte von unten geschützt sind.