02/06/2023
„Schluss mit Einfalt – Es lebe die Vielfalt“, so das Motto des Weltspieltages am 28. Mai 2023.
Doch wie sieht es mit Inklusion auf unseren Spielplätzen aus?
Ich habe einfach mal meine Augen verbunden und versucht mich zu orientieren, den Sandspielbereich zu finden… Von einem Moment auf den anderen war es dunkel, auf einen Schlag waren nun andere Sinne gefragt, um sich zurechtzufinden. Eine echte Herausforderung ohne Wegeführung, ohne Leitsystem.
Inklusion auf Spielplätzen, was bedeutet das bzw. wie setzt man diese um? Wie schafft man Vielfalt?
Hier ist Kreativität, ein Um- und Neudenken bei der Planung und Gestaltung gefragt, denn planungstechnisch ist es eine echte Herausforderung. Jeder Mensch hat unterschiedliche motorische Fähigkeiten, egal ob mit oder ohne „Handicap“ und das alles auf einem Spielplatz abzudecken ist äußerst anspruchsvoll.
Kurz gesagt ist es aber, Teilhabe zu ermöglichen am Spielen, Bewegen und Begegnen für jeden. Das heißt nicht, dass jedes Gerät von jedem komplett bis zum höchsten Podest bespielt werden können muss, aber es soll sich keiner ausgeschlossen fühlen, sprich nicht Alles für Jeden, aber für Jeden Etwas.
Es fängt aber schon damit an, ob der Spielplatz überhaupt bequem zu erreichen ist, sind die Spielgeräte zugänglich, oder u.a. unter- oder anfahrbar, gibt es ein Leitsystem um sich auszukennen, auch wenn ich z.B. nichts sehen kann. Eine Person, die nicht gut zu Fuß ist, kann nur schwer durch tiefen Sand oder Riesel gehen, auch mit einem Blindenstock tut man sich hier schwer. Deshalb ist auch die Auswahl der Bodenbeläge wichtig sowie ein Fallschutzmaterialkonzept, denn natürlich soll auch der natürliche Charakter bewahrt bleiben.
Ob Oma/Opa mit dem Rollator, eine Person im Rollstuhl, Familien mit Kinderwägen, sportliche Personen, die Kleinsten, die gerade zum Gehen anfangen etc., alle sollten mitmachen können, je nach eigenen Fähigkeiten. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Sinne Sehen, Riechen, Tasten, etc. noch mehr berücksichtigt werden.
Ein Spielplatz ist meiner Meinung nach, ein idealer Ort um Barrieren, im „wahrsten Sinne des Wortes“, auch im Kopf abzubauen für die Zukunft. Kinder, aber auch andere Generationen, mit oder ohne Handicap, spielen gemeinsam, begegnen sich an einem Ort. Dieses gemeinsame Spielen v.a. im jungen Alter, an einem schönen, entspannten Ort, prägt natürlich fürs Leben.
Es wird zur Normalität, dass wir verschieden sind und unterschiedliche Fähigkeiten haben.
Lasst uns gemeinsam anpacken, auch auf Spielplätzen ein „Schluss mit Einfalt“ vorantreiben, die Vielfalt fördern und umsetzten.
Was sind Eure Erfahrungen zum Thema Inklusion auf Spielplätzen?
https://www.jaendl-subik.de/