17/06/2026
Ich kann immer noch nicht glauben dass unser Beitrag für die Bienale 2027 wegen angebliche möglichem Russlandbezug disqualifiziert wurde.
Unser Beitrag wurde unterstützt von Boris Pistorius und von NATO NATO Defense College Sie wollten zwar nicht ins Kurator*innen Team aber dieses war trotzdem stark besetzt mit Opposite Office 🇪🇺 und einem General a.D. Ein möglicher Russlandbezug ist hier komplett ausgeschlossen.
„Wir müssen kriegstüchtig werden!“
Boris Pistorius, November 2023
Der deutsche Pavillon bleibt - und wird gleichzeitig unterhöhlt. Über Jahrzehnte hinweg dominierte in der Architektur ein nahezu unangefochtener Konsens: Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Offenheit. Architektur verstand sich als vermittelnde Disziplin, als Beitrag zu einer besseren, gerechteren Welt. Doch mit der Verschärfung globaler Konflikte und einer sich wandelnden geopolitischen Lage verschiebt sich dieser Fokus fundamental.
„Unter dem Pavillon“ reagiert auf diese tektonische Veränderung mit einer dystopischen Version.
Der Pavillon selbst bleibt in seiner bekannten, repräsentativen Form bestehen – als Oberfläche, als Symbol einer vergangenen Gewissheit. Doch unter ihm entsteht eine zweite, verborgene Architektur: ein Bunker. Massiv, erdverankert, entzogen. Der Zugang erfolgt nicht offen, sondern kontrolliert. Der Abstieg markiert einen Bruch: von Licht zu Dunkelheit, von Öffentlichkeit zu Abschottung, von kultureller Repräsentation zu existenzieller Sicherung.
Im Untergrund entfaltet sich ein System aus Schutzräumen, Versorgungseinheiten und Kontrollzonen. Räume sind reduziert auf Funktion, Materialien auf Widerstandsfähigkeit. Orientierung wird erschwert, Sichtbarkeit limitiert. Der Besucher bewegt sich durch eine Architektur, die nicht einlädt, sondern vorbereitet – auf den Ausnahmezustand.
Der Pavillon wird so zu einer doppelten Figur: oben die fragile Ordnung einer offenen Gesellschaft, unten ihre latente Angst, materialisiert in Beton.