18/10/2021
Ja, es gibt schon gute Beispiele zu Umnutzungen von innerstädtischen Warenhäusern. Danke für die gute Doku, NDR.
Aber so wenig die vor kurzem zurückgebauten Wohnhäuser am Wollepark "wackelig" waren, so
wenig ist das Betonskelett des ehemaligen Karstadt-Gebäudes in Delmenhorst "krank". Es ist sogar so stabil, daß es einen (Vorhang-) Fassaden-Wettbewerb tragen konnte.
Auch wir haben damals auf Einladung einen Entwurf eingereicht, bei dem wir das Augenmerk auf BEIDE Fassadenseiten des Gebäudes gelegt haben, nachdem uns vom Aulober im Kolloquium zum Wettbewerb der Abriss des Parkhauses als unausweichlich mitgeteilt wurde.
Dass der seit kurzem bestehende FREIRAUM (Standort des ehemaligen Karstadt-Parkhauses) hinter dem Gebäude an den Investoren 'verloren' wurde, ist der eigentliche Skandal der letzten Rats-Legislatur. Der nun auf dem unverständlicherweise abgetrennten Grundstück geplante mehrgeschossige Wohnungsbau (der ohne Rücksicht auf die weitere Entwicklung der direkt benachbarten Karstadt-Immobilie von den Eigentümern inzwischen geplant wurde) schränkt die möglichen Nutzungen und/oder notwendigen Um- und Anbauten der Bestandsimmobilie stark ein, die dürfte dadurch zudem nun eine (ehem.) Verkaufsfäche OHNE die baurechtlich notwendigen KFZ-Stellplätze sein...
Bevor die Nachnutzung bzw. der Um- oder Ersatzbau des Gebäudes nicht entschieden ist, sollte auf keinen Fall in der unmittelbaren Nachbarschaft weiter geplant oder gar gebaut werden.
Hier besteht, ähnlich wie im benachbarten Marienquartier, die einmalige Chance, die besonnte Seite der Stadtkirche und ihren südlichen Freiraum bis hin zur Straße Am Vorwerk in ein stadträumlich abgestuftes, interessantes Quartier einzubinden und weitere fussläufige Durchwegungen und Plätze zu schaffen, die die vorhandenen, zumeist kleinteiligen Bebauungen sowohl an der Kirch- als auch an der Schulstraße einbinden und aufwerten können.
Der vorhandene, in weiten Teilen veraltete Bebauungsplan sollte für die Bebauung an diesem Ort kein Leitmedium mehr sein. Er gehört (auch erst dann) überarbeitet, wenn alle neuen Ideen und Lösungsansätze für das Quartier so weit wie möglich öffentlich nachvollziehbar erarbeitet, besprochen und in den Gremien abgestimmt wurden.
Was soll aus den toten Gebäuden werden? Jahrzehntelang beherrschten Kaufhäuser die deutschen Innenstädte. Jetzt stehen viele von ihnen leer. Nach jahrelangem...