16/04/2026
Die Handwerkskammer Erfurt reagiert mit Sorge auf die von der Bundesregierung angekündigte Entlastungsprämie.
👉 Der Grundgedanke, Beschäftigte mit einer steuer- und abgabenfreien Zahlung von bis zu 1.000 Euro zu entlasten, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Aus Sicht vieler Handwerksbetriebe in Nord- und Mittelthüringen ist die Maßnahme in der aktuellen wirtschaftlichen Lage jedoch kaum leistbar.
Die Prämie ist nach bisherigen Plänen freiwillig. Einen generellen Anspruch für Beschäftigte gibt es nicht. Ob ein Betrieb zahlen kann, hängt also von seiner wirtschaftlichen Lage ab.
👉 Genau hier liegt das Problem: Viele Handwerksbetriebe stehen seit Monaten unter erheblichem Druck. Hohe Energie-, Material- und Personalkosten, eine schwache Konjunktur, wachsende Bürokratielasten und die Folgen der jüngsten Krisen schränken die finanziellen Spielräume erheblich ein.
HWK-Präsident Stefan Lobenstein sagt dazu: 💬 „Viele Handwerksbetriebe würden ihre Beschäftigten gern zusätzlich entlasten. Doch die wirtschaftliche Realität lässt das derzeit oft nicht zu. Nach Jahren voller Krisen und anhaltend hoher Kosten ist eine solche Prämie für viele Unternehmen schlicht nicht leistbar. Was politisch als Entlastung gedacht ist, wird in der betrieblichen Praxis schnell zur zusätzlichen Belastung. Besonders kleine und mittlere Handwerksbetriebe verfügen häufig nicht über die Reserven, um zusätzliche Prämien kurzfristig auszuzahlen.“
❗ Die Handwerkskammer Erfurt fordert stattdessen strukturelle Entlastungen, die den Betrieben tatsächlich helfen und für Planbarkeit sorgen: verlässliche Energiepreise, weniger Bürokratie, sinkende Abgaben und bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
Denn klar ist: Nur was zuvor erwirtschaftet wurde, kann auch verteilt werden. Wenn Handwerksbetriebe in dieser schwierigen Lage Aufträge, Beschäftigung und Ausbildung sichern, ist das bereits ein großer Erfolg.
🤝 Die Handwerkskammer Erfurt appelliert an die Bundesregierung, bei der weiteren Ausgestaltung der Maßnahme die wirtschaftliche Realität des Mittelstands stärker zu berücksichtigen.