19/03/2026
Neulich saß ich mit ein paar Senioren Ü 80 zusammen und wir sind beim Frühling schnell bei den ersten essbaren Kräutern gelandet.
Und da wurde es spannend.
Die einen – früher selbst in der Landwirtschaft – haben nur gelacht.
„Für so einen Firlefanz hatten wir keine Zeit.“
Sie hatten genug. Eigene Felder. Eigene Versorgung.
Die anderen erinnern sich ganz anders.
Da wurde gesammelt. Nicht aus Romantik.
Sondern weil es da war. Frisch. Kostenlos. Bitter – aber gut für den Körper.
Und fand ich Abends ein Wort, das ich lange nicht mehr gehört habe:
"Bettseicher".
So wurde bei uns im Saarland der Löwenzahn genannt. (Bezeichnet vor allem einen Salat aus Löwenzahnblättern)
In Baden wird daraus ein Bettseicherle, in Bayern und Österreich ein Bettseicherl.
In der Schweiz heißt er ganz direkt Pissblüemli... nicht nur der Farbe der Blüte wegen.
Nicht besonders poetisch.
Aber ziemlich ehrlich.
Denn Löwenzahn regt die Verdauung an, unterstützt Leber und Galle –
und fördert den Harndrang und bringt die Nieren ordentlich in Schwung.
Ich mag solche Namen.
Weil sie nichts beschönigen.
Weil sie zeigen, wie nah Wissen und Alltag früher beieinander waren.
Und jetzt bin ich neugierig:
Wie nennt man Löwenzahn oder andere Frühlingskräuter bei euch?