19/09/2023
In den letzten Wochen ist zu unserem Eidechsen-Habitat noch ein Modul dazugekommen, bzw. aufgebessert worden.
Ganz Anfang, als wir das Wiesengrundstück übernahmen, setzte ich mich stundenlang hin...und beobachtete...wer wohnt da eigentlich schon? An der Stelle waren es einige Eidechsen...
Wir bekamen vom Verkäufer des Grundstücks damals auch das Angebot das Material vom Teichrückbau an seinem Haus kostenlos zu bekommen, gegen Abholung.
Also hatten wir einige große Steine und ziemlich viel Kies....
So entstand Naturmodul 1, ein eher untypisches für Naturgärten:
Die Eidechsen Sonnenbank mit eingebauter Ameisenfarm.
Ich baute ein Beet mit Kies, das spärlich bepflanzt ist mit etwas Hauswurz, etwas Totholz... somit schafften wir eine Freifläche zum Sonnen mit Versteckmöglichkeiten. Die Ameisen fanden das auch recht gut und hausten fortan u.a. unter dem Kiesbeet und daneben.
Im Vordergrund des Fotos siehst Du Teile vom Kiesbeet - der Sonnenbank für Eidechsen.
Etwas später mussten wir leider einen alten Kirschbaum auf dem Grundstück fällen... jegliches Holz blieb im Garten, teils als stehendes Totholz, teils in Käferkellern und Burgen.
Einen kleinen Käferkeller (Naturmodul 2 auf dem Bild) haben wir auch in der Ecke...und siehe da...die Eidechsen nehmen es sehr gut an. Für einen Käferkeller wird Totholz nicht nur geschichtet, sondern auch mindestens einen Meter tief in die Erde eingelassen. Damit schafft man z.B. für Eidechsen auch frostfreie Überwinterungsräume. (Zumindest bei unseren milden Wintern). Einen kleinen Teil vom Käferkeller erkennst du oben rechts im Bild.
Angrenzend an das Kiesbeet hatte ich schon einmal versucht der Goldrute Herrin zu werden und hate zeitweilig auch einige ausgesäte Wildblumen dort, allerdings übernahm die Goldrute dann, mangels Pflege wieder weite Teile (600 qm Goldrute von Hand entfernen klappt nicht in jedem Jahr gut, manchmal hat man andere Prioritäten im Leben...) Hier haben wir nochmal die Goldrute entfernt und diesmal den Boden auch mit Sand abgemagert. Sand hatten wir gerade wegen dem Bau einer Kräuterspirale eh vor Ort.
Direkt vor dem Käferkeller hatte ich vor Jahren mal eine Hängerladung magerer Erde bekommen (kennste: „Erdaushub zu verschenken“…. In dem Fall war es wirklich gute, sandig, magere Erde…).
Die lag dort einst als Haufen zum bepflanzen…klappte aber nicht, weil war schneller von Erdnistenden Bienen bewohnt, als ich gucken konnte…. Also bleib das ganze als Häufchen mehrere Jahre dort liegen… das Dilemma ist das: Das wächst irgendwann zu, man will aber nicht rupfen, um die Brutgänge nicht zu zerstören…. Nebenbei nutzten die Eidechsen den lockeren Haufen um ihre Eier zu verbuddeln, die sonstige Erde auf dem Grundstück wird im Sommer nämlich betonhart… da ist nix mit verbuddeln.
Diesen Spätsommer hab ich nochmal „Tabula rasa“ gemacht. Den Hügel vom Bewuchs befreit…eine Mauer außen rum, damit weniger Wiesengras reinwächst und mehrere Schubkarren Sand obendrauf.
Damit haben wir Natur-Modul 3, das ich liebevoll „meinen kleinen Vesuv“ nenne…. Einen Sandkasten mit Burgmauer.
Grundlegend ist er vorrangig gedacht, dass die Eidechsen einen Raum zum Eier verbuddeln haben. Ich sagte bereits beim Anlegen: Wenn sich dann noch versehentlich das ein oder andere Insekt dort wohlfühlt…seis drum.“
Im Video sehen wir, dass rund 6 Wochen später die ersten fliegenden Bewohner auch da sind. Es sind vielleicht nur „Allerwelts-Arten“…zumindest die Grabwespe (Eine Gemeine Sanwespe) ist eine ganz „gewöhnliche“, die Wildbiene kann ich nicht bestimmen…. Aber willkommen sind sie allemal.
Ich hoffe nur diesmal, den Bewuchs etwas mehr im Griff behalten zu können 😉
(Und ja, bevor gemeckert wird von den ganz ernsten heimischen Gärtnern…zu all den heimischen Wildpflanzen, die wir pflegen, gönne ich mir hier und da einen Exoten als nützliche Zierpflanze, wie die Bartblume)