10/03/2020
Bundespreis Ecodesign für den Woodscraper
Ein Holzhochhaus-Projekt der besonderen Art errang Ende 2019 den Bundespreis Ecodesign in der Kategorie „Konzept für zukunftweisende Designstudien sowie Modellprojekte“. Es zeigt einen radikal neuen Umgang mit Ressourcen und denkt ein Bauwerk „vom Ende her“.Die Direktorin der Bauhaus-Stifng Dessau, Jurymitglied Dr. Claudia Perren, erläuterte dazu: „Architektur stellt sich hier den Herausforderungen unserer Zeit! Woodscraper ist ein Prototyp, der beweist, dass Hochhäuser aus nachwachsen-den Rohstofen wie Holz und Stroh nicht nur machbar sind, sondern sogar über ihre Lebenszeit mehr Ressourcenerzeu-gen können als sie für ihre Errichtung und Instandsetzung benötien. Das Ergebnis ist hochwerties Design, das sich sortenrein zur Weiterverwendung zurückbauen lässt.“Ein ressourcenposities Hochhaus Mit Unterstützung der Deutschen BundesstiftunUmwelt (DBU) entwickelte das Architekturbüro Partner und Partner (Berlin / Baiersbronn) das ressourcenpositie Gebäudeprin-zip Woodscraper gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam. Die Hochhäuser, die primär aus Holz und Stroh bestehen, verhalten sich ressourcenpositi, das bedeu-tet, dass sie mehr CO2 einspeichern, als für ihre Errichtung gebaut werden, sendet aus Sicht von Jörg Finkbeiner, ge-schäftführender Gesellschafer von Partner und Partner, ein wichties Signal für den Wirtschaftstandort Deutsch-land: „Durch vorelementirtes, serielles Bauen reduzieren wir die Bauzeiten deutlich, montiren witerungsunabhän-gig und schafen durch die hohe Präzision der Vorfertigun deutlich höhere Kostensicherheit.“Durchdacht bis ins letzte DetailFinkbeiner betont weiterhin, dass sich Holz und Stroh auch beim Rückbau als gute Wahl erweisen. Nach dem Nutzungs-ende der Gebäude lässt sich die Konstruktionder Bauwerke weitestgehend demontieen; die Baustofe können sorten-rein in die jeweiligen Kreisläufe zurückgeführt werden oder stehen für den Bau von neuen Gebäuden zur Verfügung. „Wir minimieren das Müllproblem im Bausektor damit erheblich.“ Finkbeiner wertet das Gebäudeprinzip der Woodscraper als Prototyp dafür, wie auf drängende Fragen der Ressourcenver-knappung, des Klimawandels und des Raumbedarfes im nord-europäischem Raum reagiert werden kann. „Ein Gebäude von seinem Nutzungsende her zu denken, sollte als Prämisse für das Bauen der Zukunf gelten.“ Derzeit planen die Architekten zwei solcher Wohn-Holzhochhäuser für das Wolfsburger Hell-winkel-Quartie. Ziel ist, die Bauten dort zusätzlich mit Energie aus regeneratien Quellen zu versorgen.