20/05/2022
Umbau eines Einfamilienhauses in Bivange, Luxemburg
Das Privathaus aus den 1910er Jahren, in Bivange, dient einer vierköpfigen Familie als Hauptwohnsitz.
Durch den neuen Anbau wurde der zu kleine Wohnraum im Erdgeschoss vergrößert.
Es entstanden eine größere Küche, ein neuer Essbereich und eine Gästetoilette. Das bestehende Wohnzimmer blieb unangetastet und dient als Aufenthaltszimmer.
Gleichzeitig wurde das Haus um eine Waschküche und einen Hobbyraum im Kellergeschoss erweitert.
Zudem entstand eine großzügige Terrasse.
Zur Straßenseite hin tritt der Anbau mit seiner weitestgehend geschlossenen, dunklen Fassade in den Hintergrund und steht somit nicht in Konkurrenz mit der schönen Bestandsfassade des Altbaus.
Auf der Rückseite öffnet sich der Neubau mit großzügigen Glasflächen zum Garten.
Formal, wie auch in der Farbe und Materialität, unterscheiden sich die beiden Baukörper, Altbau und Anbau, deutlich voneinander. Dadurch dass sich der Anbau über Eck um das Bestandshaus schmiegt, bilden beide Baukörper dennoch ein Ganzes.
Beim Anbau wurde viel Wert auf ökologische Baustoffe gelegt. Der Neubau ist eine komplette Holzkonstruktion; er ist mit reinen Holzfasern gedämmt und mit einer Bretterschalung aus karbonisiertem Holz verkleidet. Durch diesen Veredelungsprozess wird das Holz, ohne jeglichen Einsatz von Chemie, für viele Jahrzehnte haltbar gemacht, was dem Nachhaltigkeitsgedanken entspricht.
Von außen ist der Anbau dunkel und rau. Im Inneren dagegen wird der Charakter umgekehrt und es ist alles sehr hell, großzügig und offen.
Die hellen Wände und weißen Küchenmöbel mit Eichenholzakzenten vergrößern optisch den Raum, die hellen Dielen strahlen Natürlichkeit und Wärme aus.
Trotz dieser klaren Gegensätze zwischen innen und außen gibt es Gemeinsamkeiten: vor allem das Holz als gestalterisches und ökologisches Material im gesamten Projekt aber auch die reduzierten Details und die klaren Strukturen.
Die Großzügigkeit der Küche und des Essbereichs wird noch durch die raumhohe Verglasung unterstrichen, die außerdem zu einer fließenden Verbindung vom Innen- zum Außenraum führt.
Das Dielenparkett im Neubau wurde in der gleichen Laufrichtung wie die Terrassendielen verlegt und trägt, verstärkt durch einen schwellenlosen Austritt, ebenfalls zum fließenden Übergang von innen nach außen bei.